Dr. med. Patricia Aden, geb. Schlegelberger

Patricia AdenGeboren 1950 in Flensburg,
verheiratet mit Dr. iur. Menno Aden, Mutter von fünf Kindern, evangelisch

1968 Abitur, danach Studium der Medizin in Kiel und Göttingen, 1975 Promotion, 1976 Approbation

1982 Umzug nach Essen. In dieser Stadt habe ich mich trotz meines norddeutschen Migrationshintergrundes von Anfang an wohl gefühlt. Heute betrachte ich Essen als meine Heimat. 

Mit der Geburt unserer Kinder erlebte ich, wie schwer es ist, Beruf und Familie zu vereinbaren. Doch ich habe nie aufgegeben - weder in der Familie, noch im Beruf.

1982 erwarb ich die Qualifikation für Autogenes Training mit Erwachsenen und Kindern. Viele Jahre lang habe ich Autogenes Training in Gruppen- und Einzeltherapie vermittelt und habe mein Wissen an Erzieherinnen und Pädagogen weitergegeben. Diese Tätigkeit hat mir viele Einblicke eröffnet. Sie war die Grundlage für meine Bücher über Autogenes Training und über progressive Muskelrelaxation für Kinder.

Seit 1979 unterrichte ich Medizinische Fachangestellte (früher Arzthelferin) im Berufskolleg, dieser Tätigkeit bin ich bis heute treu geblieben. Sie setzt eine ständige Aktualisierung des medizinisches Wissens voraus. Aber auch der Umgang mit jungen Menschen, unter denen zunehmend Migranten sind, ist eine herausfordernde Aufgabe. Als Vorsitzende des Prüfungsausschusses und Verfasserin von Lehrbüchern bringe ich meine Erfahrung ein. Um die Qualifikation für Gesundheitsberufe geht es auch in dem Projekt "Auf in die Praxis", dessen Mitinitiatorin ich bin.

Seit 2000 bin ich in verschiedenen ehrenamtlichen Funktionen, die meinen beruflichen und politischen Interessen entsprechen, tätig.

 

Mitgliedschaften und ehrenamtliche Funktionen:

Stellvertretende Kreisstellenvorsitzende der Ärztekammer Essen, Ausbildungsberaterin

Redaktionsausschuss des Rheinischen Ärzteblattes

Frauen-Netzwerk zum Schutz vor HPV-Erkrankungen www.hpv-netzwerk.de

Bundesvorsitzende des Deutschen Akademikerinnenbundes bis 2019 www.dab-ev.org

Vorsitzende der Regionalgruppe Essen des Deutschen Akademikerinnenbundes 

Vorsitzende des Landesfrauenrates NRW (FrauenRat NRW e. V.) bis 2020 www.frauenrat-nrw.de

Mitglied des WDR-Rundfunkrates https://www1.wdr.de/unternehmen/rundfunkrat/index.html

Stellvertretendes Mitglied im ARD-Programmbeirat https://www.daserste.de/ueber-uns/organisation-struktur/ard-programmbeirat/index.html


 
 

Die mRNA-Impfung - ein neues Kapitel der Wissenschaft

 

Die Hersteller von mRNA-Impfstoffen werden tagtäglich in den Medien genannt. Der Name der Frau, die diese neue Impftechnologie erst möglich gemacht hat, Katalin Karikó, ist dagegen weitgehend unbekannt. Die ungarische Wissenschaftlerin, seit 2013 im Vorstand von BioNTech, hat zusammen mit ihrem Kollegen Drew Weissmann an der University of Pennsylvania lange über mRNA (messengerRNA, Boten-RNA) geforscht. Ihr Ziel war, die mRNA in den menschlichen Organismus einzubringen, um den Körper selbst zur Herstellung von Medikamenten oder Impfstoffen im menschlichen Körper zu veranlassen.

 

Die  mRNA hat in der Zelle eine definierte Funktion. Schon in den 1960er Jahren wurde beschrieben, dass sie die DNA im Zellkern abliest und die Information zu den Ribosomen im Zellplasma bringt. Die DNA als „Zentrale“ der Zelle gibt die Anweisungen, die mRNA als „Bote“ überbringt die Anweisungen, und die Ribosomen als „Produktionsstätte“ führen die Anweisung aus, indem sie den von der DNA in Auftrag gegebenen Stoff herstellen.

Nachdem diese Funktion verstanden war, lag der Gedanke nahe, der Zelle durch künstlich eingeschleuste mRNA eigene Arbeitsaufträge zu geben, z. B. fehlende Enzyme, Substanzen gegen Krebs oder auch Antigene wie sie in Impfstoffen enthalten sind, produzieren zu lassen – so war die Überlegung. In einem Versuch mit Mäusen gelang es Karikó und Weissmann erstmals zu zeigen, dass dieses möglich war. Der Anwendung beim Menschen stand aber die Befürchtung entgegen, dass die künstlich zugeführte mRNA eine Immunreaktion auslösen könnte, die diese zerstörte bevor sie überhaupt ihren Wirkungsort erreichte, und darüber hinaus dem Empfänger schaden konnte.

Trotz fehlender finanzieller Unterstützung gelang es Karikó und Weissmann 1995, eine veränderte mRNA herzustellen, die in den menschlichen Organismus gelangte, ohne vom Immunsystem zerstört zu werden. Sie tauschten eines der Bestandteile der mRNA aus und machten sie damit für das Immunsystem unsichtbar.  Das war ein wissenschaftlicher Durchbruch, der von manchen für nobelpreiswürdig gehalten wird.

Für uns liegt die aktuelle Bedeutung dieser wissenschaftlichen Leistung in der Bekämpfung der Pandemie. Die unglaublich schnelle Entwicklung des Impfstoffes durch die Firmen BioNTech, Moderna und Curevac war möglich, weil das Grundgerüst des Impfstoffes bei Ausbruch der Pandemie bereits bestand. Der Forschungsschwerpunkt lag ursprünglich auf einer individualisierten Krebstherapie und der Behandlung seltener Erkrankungen. Sobald das Virus im Januar 2020 sequenziert war, schwenkten die Firmen auf die Entwicklung eines Impfstoffes um. Auch bei künftigen Pandemien oder bei einer Mutation des SARSCoV2 kann der Impfstoff schnell neuen Erfordernissen angepasst werden. Hoffen wir, dass es gelingt, die Pandemie mit Hilfe der Impfstoffe zu überwinden. Dann werden Kapazitäten frei, um viele weitere Krankheiten mit Hilfe der mRNA-Impfung zu therapieren.

Februar 2021

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